System Hundeschule! Wenn Hundetrainer zum Problem werden!

Überall schießen Hundeschulen wie Pilze aus dem Boden und jeder der mal einen Hund hatte fühlt sich berufen seine eigene Hundeschule aufzumachen.
Es wird suggeriert wie einfach man doch damit sein Geld verdienen kann und wie wunderschön, bereichernd dieser Beruf ist.....
Doch die Wahrheit liegt im Detail. So schön die Arbeit doch sein möge.... die Realität hat kaum noch was mit dem ursprünglichen Hundetraining zu tun.
Viel zu Komplex sind Mensch und Hund geworden.
Viel zu tief sind die Themen in der Verhaltenstherapie. Und auch der Leckerliebeutel bringt Dir nichts, wenn Wuffi auf dem Sofa knurrt.

Denn „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ hat schon lange ausgedient. Locken, Ablenken und Auslasten sind nicht immer die Lösung und schon gar nicht bei Verhaltensstörungen.
Wer wirklich Hund und Mensch helfen möchte, brauch mehr als ein paar theoretische Stunden am PC.
Denn die Theorie zeigt dir nicht DEN Menschen oder DEN Hund, der mit all seinen komplexen Verhaltensweisen und Problemverhalten nach Hilfe schreit.
An der Oberfläche kann jeder kratzen, sinnlose Leckerlie in den Hund schieben kann auch jeder, aber wer genau hinschauen möchte, benötigt Wissen, intensive Erfahrung mit vielen Menschen und Hunden und vor allem ein sehr gutes Auge für Hundekörpersprache.
Ich schreibe diesen Blogbeitrag weil auch uns so oft der Kragen platzt. Warum?
Ein kleines Beispiel von 100ten, die bei uns schon fast die Normalität sind.
Jedes Jahr erreichen uns Anrufe von Tierärzten, Behörden und natürlich privaten Hundehaltern, wo Not am Hund ist. Und wir reden hier nicht von „mein Hund frisst Klopapier“ oder „mein Hund zieht an der Leine“....
Nein... von Jahr zu Jahr werden die Anrufe extremer.
Schwere, wiederholende Beißvorfälle, extreme Verhaltensstörungen oder sofortige Abgabe wegen Überforderung. Auch der Punkt Einschläferung kommt immer häufiger zur Sprache. Das Spektrum der Gründe ist breit aufgestellt.
Und überall das Gleiche: Verzweiflung und Überforderung!
Hundehalter wollen Hilfe und bekommen am Ende ein noch viel größeres Problem.
Immer wieder kommt die Aussage „aber wir waren doch in Hundeschule XY, warum haben die mir das nicht gesagt“
Wir wissen es nicht, Ob es Nicht-Wissen ist oder einfach nur die Bequemlichkeit sich nicht weiter bilden zu wollen... Vielleicht sind auch viele Hundetrainer der Meinung sie wüssten alles. Wir haben noch keine Antwort darauf gefunden.

Was wir wissen ist, im Hundetraining kannst Du nicht stehen bleiben. Du musst mit der Zeit gehen, dich weiterbilden, lernen wollen, ein gutes Auge und echtes Verständnis für das Lebewesen Hund haben.
Liebe und Leckerlie hat noch keinen Hund verändert oder seit ihr bereit eine schlechte Verhaltensform zu ändern wenn man Euch darin bestätigt indem man Euch lobt und Euch Schokolade in die Luke schiebt?! Wohl eher nicht....
Viele Hundehalter die bei uns sind wollen Hilfe, haben Hundeschulen besucht, nicht nur Eine sondern Dutzende.
Das Ende war immer das Gleiche:
„Der lernt nichts mehr, der ist schon 3 Jahre“
„Da kann man nix mehr machen, der ist kaputt“
„Schläfer ihn doch ein, das ist besser so, das wird nichts mehr mit dem“
„Du musst den immer mit Leckerlie loben und locken, dann klappt das schon“
„Sperr ihn den ganzen Tag in den Zwinger, der muss das Lernen“
„Du musst deinen Hund den ganzen Tag auslasten, damit er zur Ruhe kommt“
„Ach das ist Rasse XY, der brauch mal ordentlich paar mit der Leine, damit der hört“
„Nein diese Rasse nehmen wir in unserer Hundeschule nicht auf“
„Lege ihm doch ein Stromhalsband an, damit er hört“
„Ich habe keine Ahnung von dem Problem, aber deine Karte musst Du noch leer machen“
und und und.............die Liste ist lang und die Aussagen reichen von dreist bis absolut Tierschutzwidrig. Abzocke, Ahnungslosigkeit und Tierquälerei.
Wir könnten kotzen! Unser letzter Fall war mal wieder so einer....
Ein Anruf früh Morgens, noch bevor das Gehirn Betriebstemperatur hatte. Die Hunde alle noch im Halbschlaf und der Tag hatte noch nicht so richtig begonnen.
Am Telefon eine sehr nette Sprechstundengehilfin einer Tierarztpraxis mit einem absoluten Notfall.
Eine Frau mit Terrier, verzweifelt, traurig und alleine mit ihrem Problemhund. Zuhause Haushalt, Kinder und der normale Wahnsinn den jeder so zu tragen hat.
Nach einem kurzen sehr emotionalen Telefonat mit der Hundebesitzerin, stand diese kurz darauf bei uns. Wir wollen nicht warten und das Kind weiter in den Brunnen fallen lassen!
Also bekam sie sofort einen kurzfristigen Nottermin.
Als sie mit ihrem Hund aufschlug, ging ein Konzert von Hundegebell los.
Der Terrier entpuppte sich als ausgewachsener Stafford. Völlig überdreht,überfordert und gestresst.
Dies teilten uns schon unsere Hunde, bei bloßer Anwesenheit dieses Hundes mit.
Ja Hunde bringen Energie mit, diese Energie wird von anderen Hunden aufgenommen und diese reagieren entsprechend.
Gestresste und Nervöse Hunde sind in der HUNDEWELT nicht gesund und stören die Struktur und Harmonie. ( Falls es eine gibt )
Unsere Hunde leben in Ruhe und ohne eigene, vom Hund entschiedene Aufgaben. Der Mensch gibt vor, leitet an und hat letztendlich das letzte Wort.
Unsere Terrierfrau hörte sich aufmerksam alles an und wusste am Ende was ihr eigentliches Problem war.
Auch diese Dame war bereits bei Hundetrainern. Ja, das Problem daran war, dass diese Entscheidung ihr Problem sogar noch verschlimmert hat.
Der eine Hundetrainer kassierte unverschämt Kohle für kein Ergebnis ab und der andere verkaufte Leckelie und Hundefutter mit dem Ratschlag, sie sollte immer Leckerlie dabei haben und den Hund doch vom Sofa locken wenn er knurrt.
Also immer locken und bestechen, wenn de was von Deinem Hund willst.

Hm... kannste machen, wird aber nicht funktionieren, im schlechtesten Fall, verstärkst Du unbewusst ein Verhalten, was du so nicht wirklich haben möchtest.
Bei solchen Aussagen weiß unser Gehirn erst mal gar nicht welche Synapse es als erstes zum Leuchten bringen soll.
Nach einer 1,5 Stündigen Aufklärung wusste Frau welches Problem sie hatte und wie die ersten Ansätze wären. Nun kann sie zumindest entscheiden welchen Weg sie bereit ist zu gehen.
Wenn Hundehalter weiß welches Problem er hat und welchen Aufwand, kann er bewusst entscheiden welche Richtung er mit seinem Hund geht oder auch nicht.
Und genau solche Fälle machen, unter anderem unsere Tierheime voll.
Hundetrainer oder Verhaltenstherapeuten, die keine Ahnung von Hundeverhalten haben. Die völlig falsche bis gefährliche „Tips“ geben. Die anscheinend immer noch im Jahre 1990 Leben und denken jeder Hund ist gleich.
In unserem Fall hatte der Besuch bei den verschiedenen Trainern fatale Folgen für Mensch und Hund.
Gerade bei bestimmten Rassen, kann Unwissenheit gefährlich werden. Das Leid hat zum Schluss immer der Hund!
Dies ist kein Einzelfall. In ganz Deutschland gibt es solche Fälle und dutzende von Hundetrainern,- innen die mit Ihrer Arbeit alles nur noch schlimmer machen.
Hier fehlt eindeutig ein klarer roter Faden, was macht Dich zum Hundetrainer ( in ) oder zum Hundeverhaltenstherapeuten ( in ) ?
Und dafür reichen kein Wochenende und ein bisschen Theorie. Jeder unser Kunden bestätigt immer wieder das es keine Aufklärung gäbe.
Denn so manche Aufklärung hätte zur Folge, dass sich Mensch eventuell gegen einen Hund entscheidet, weil die Katze einfach die bessere Lösung für die Lebensbedingungen ist.
Aufklärung schafft Wissen und mit ausreichend Wissen kann ich bewusste Entscheidungen treffen.
Ich kann klar einordnen ob ich der Aufgabe gewachsen bin sowie dem Charakter und der Rasse....
Im aktuellen Fall wurde das unerwünschte Verhalten des Hundes mit Leckerlie bestärkt, das Verhalten gefestigt und somit als Lösung für bestimmte Situationen angewendet.
Noch immer denken viele Hundehalter und auch Trainer, Bestechung und Ablenkung ist die Lösung.
Leider wird dabei vergessen, dass ich als Mensch bei mangelnden Wissen, nie weiß was der Hund gerade im Kopf hat.
Ich bestätige somit einen Gedanken, eine Absicht die ich nicht erkenne und kann somit unbewusst eine Verhaltensform „auftrainieren“ die ich so gar nicht haben wollte!
Und so wird mit jedem Leckerlie das Problem verstärkt, Stück für Stück bis irgendwann der Satz kommt „das hat er noch nie gemacht“
Um Hunde wirklich lesen zu können, benötigt man Sachverstand, Wissen und intensive Erfahrung mit Hunden.
Leider gibt es noch viel zu wenige gute Hundetrainer mit wirklichem Wissen und zu viele die einfach mal schnelles Geld verdienen wollen oder der Meinung sind, sie hatten mal Hunde und wüssten alles. Dazu kommen Social Media, Mainstreem und die allgemeine Sicht auf den Hund die in unserer Gesellschaft etabliert ist.

Und Hier beginnen alle Probleme..... Falscher Einstellung zum Hund, dadurch, unwissentlich, falsche Bestätigung von unerwünschtem Verhalten und somit produzieren wir Tag für Tag und Jahr für Jahr Problemhunde.
Die Lösung: Wissensvermittlung! Aufklärung! Prüfung! Sowohl Hundehalter als auch angehende Trainer sowie Überprüfung des Wissensstandes bei aktuellen Trainern wäre ebenfalls sinnvoll.
Denn der „Beruf Hundetrainer“ ist nicht geschützt. Jeder der ein paar Wochen Zeit und Geld investiert, kann innerhalb kürzester Zeit „Hundetrainer“ werden.
Dazu kommen die sogenannten Vereine in denen mit Hunden gearbeitet wird. Eine Grauzone, denn....
Jeder, ja wirklich JEDER der diesem Verein angehört kann Hunde und Menschen „trainieren“ … ohne Ausbildung ohne Abnahme durch die Behörde. Einfach so... nur weil er dem Verein angehört.
Ein gefährliches Spiel was hier gespielt wird.
Denn das heißt, wenn Karl-Heinz gerne Hundesport mit seinem Schäferhund macht und glaub er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen, könne er ja auch anderen sagen wie diese ihre Französische Bulldogge oder den hoch, reaktiven Aussi zu behandeln hätten.
Bei Rex dem Schäferhund klappt es ja auch............
Und hier wachsen neue Probleme. Ein Aussi ist kein Schäferhund, eine Bulldogge kannst du nicht wie einen Belgischen Schäferhund behandeln und ein Labrador ist heutzutage auch kein einfacher Anfängerhund mehr.
Und so kommen hier die nächsten Hunde die von Welpe an die falschen Erfahrungen machen.
…. und die Heime werden wieder voller und voller....
( Sicherlich gibt es auch hier wirklich tolle und offene Menschen, die sich von den alten Mythen gelöst haben,.... ich rede hier jedoch in unserem Fall explizit von unserer Region !!! )
In unserem Fall war das Ende vom Lied die Abgabe!
Ein weiterer Fall und ein weiteres Opfer unserer Gesellschaft. Ohne böse Absicht der Halterin, auch sie meinte es gut und wollte einen treuen Begleiter.
Der Fehler war, sie besuchte die falschen Hundeschulen!!! Und das kann man in diesem Fall ganz klar sagen.... Mit der richtigen Aufklärung bei der richtigen Hundeschule wäre dies Ihr und dem Hund erspart geblieben.
So wie uns geht es Vielen die intensiv mit Hunden zusammen arbeiten. Denn wir sehen die, die nicht mehr ins System passen. Als Welpe angeschafft, klein und niedlich und mit nur wenigen Monaten oder Jahren abgeschoben, verkauft, getötet.....
.....weil Hund nicht dem entspricht wie wir Menschen uns diesen vorgestellt haben!
Ob Tierheimmitarbeiter, Auffangstationen oder ähnliche Einrichtungen.... Wir sind alle platt und ausgelaugt von dem täglichen Leid und der Qual den unsere Tiere erleiden müssen!
Das Problem sind nämlich nie die Hunde....sondern Das was da hinten an der Leine hängt....
Wir Menschen sollten uns schämen, wie wir mit Lebewesen umgehen, die uns ernähren, uns begleiten, uns in schlechten Zeiten zur Seite stehen und uns ihr absolutes Vertrauen schenken.
Mehr gibt es erstmal nicht zu sagen...
Und somit beende ich diesen Beitrag....
Gebt Euren Vierbeiner nicht auf, denn es gibt IMMER eine Lösung....

Wenn Ihr einen anderen Weg gehen wollt, aus Liebe zu Eurem Hund, mit Wissen ausgestattet... dann meldet Euch bei uns.
Euer CrazyDog Hundezentrum



