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Auslandstierschutz - Hunde aus dem Ausland – Wirklich gut gemeint? Ein Fallbeispiel!

  • Autorenbild: Redaktion
    Redaktion
  • vor 7 Tagen
  • 15 Min. Lesezeit

Auslandstierschutz ist in aller Munde, ob Positiv oder negativ belegt.

Die Zahl der Auslandshunde in unserem Land nimmt stetig zu.

Viele dieser Hunde passen sich recht schnell unseren Gegebenheiten an, andere brauchen ihre Zeit um anzukommen und zu Vertrauen. Je nach Erfahrung, Rasse und Alter.

Und es gibt die, die mit unseren Lebensgewohnheiten eher schlechter zurecht kommen.

Sowohl in Pension, Hundetagesstätte oder im Training, immer wieder und immer öfter spielen Hunde aus dem Ausland eine große Rolle. All diese Hunde bringen ihre Eigenarten, ihre Rasse,- und Charaktereigenschaften mit.

Auch wenn oft der doch so liebe Welpe „nur“ ein Labrador-Mischling sein soll, steckt allzu oft eine ganz andere Rasse in dem ( noch ) kleinen Flauscheball.


Häufig erreichen uns Anrufe von Hundehaltern die über gewisse Auslandsvereine Hunde übernommen haben und völlig überrascht bis überfordert sind, dass der kleine Labrador plötzlich 50 kg wiegt und niemanden mehr auf das eigene Grundstück lässt.

Ob Angst oder pure Überforderung, Auslandshunde bringen allzu oft ihre ganz eigene Geschichte mit.


Doch was passiert hier und warum nimmt die Problematik mehr und mehr zu....?

Das Problem könnte mit Aufklärung und Gesetzen gelöst werden, doch das Geschäft mit dem Hund aus dem Ausland ist ein gutes und somit läuft und läuft das ganze System weiter. Auf Kosten der Hunde.


Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Auslandsschutz nicht immer gut für die Hunde ist. Sicherlich gibt es hier auch gute Vereine, die es wirklich gut mit Hund und Halter meinen, die Aufklären und nicht am Gewinn interessiert sind.

Doch oft läuft es einfach anders und das Ergebnis sitzt in unseren Tierheimen und Auffangstationen.

Frau mit Hunden im Tierheim
Frau mit Hunden im Tierheim

Auch bei uns sitzt so ein Kandidat, nicht weil wir uns bewusst entschieden haben, sondern weil die Kacke mal wieder am dampfen war!

Seit Dezember 2025 sitzt ein ( mittlerweile 16 Monate ) Herdenschutzmix bei uns.

Damals war er 10 Monate alt, hat mehrfach „gebissen“ ( wohl eher geschnappt und mal geknurrt ) und war gerade mal 2 Wochen in Deutschland.


Doch was war passiert?


 Als erstes sei gesagt wir werden keine Namen nennen, möchten aber auf dieses Thema einmal eingehen, da dies nicht der erste Fall ist und genau wegen solchen Vorfällen, unsere Tierheime voller und voller werden!


Wir nennen ihn jetzt mal „Hund“. „Hund“ war ja so niedlich auf den Fotos, jung, knuffig und mit viel Fell. Also hieß es, rein in den Transporter und ab nach Deutschland. Ob der Hund für den Transport zur aktuellen Zeit geeignet war, lassen wir mal so stehen.


„Hund“ wurde nochmal eben kastriert, was in Deutschland eine Straftat ist und gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Ich liste Euch am Ende des Artikels nochmal auf was erlaubt ist uns was nicht!

Nach vier Tagen im neuen Zuhause (1. Standort ) wurde eine Trainerin besorgt die helfen sollte. Ein Geschirr für den Hund sollte es sein und zwar sofort. Doch der Neuankömmling fand diese Idee so mal gar nicht richtig. Wie auch? In seinem jetzigen Leben fand der Tag frei und ohne Zwang von Ansprüchen statt. Er hatte Hunde und Menschen um sich, die ihn so nahmen wie er war.

Das überziehen des Geschirrs ging natürlich mächtig in die Hose, bedrängt und ohne Möglichkeit der Flucht, kam es wie es kommen musste.

Der Hunde zwickte, die Besitzer erschraken und der Hund musste sofort weg! Doch der Hund hatte nichts falsch gemacht, sondern lediglich gesagt „das ist mir zu viel, ich möchte das nicht“.

( Durch ein gutes geschultes Auge, hätte diese Situation vermieden werden können )


Die Reise ging weiter.... mit einem kurzen Zwischenstopp im ansässigen Tierheim ( 2. Stop )


- da "Hund" ja hoch gefährlich war, musste er mit einer Fangstange gesichert und abtransportiert werden -


kam „Hund“auf eine neue Pflegestelle.( 3.Stopp )

Angeblich hätte man Erfahrung mit „schwierigen Hunden“

Im neuen Zuhause wurden also erst mal mächtig mit Bonbons geworfen um den Hund das Ankommen schmackhaft zu machen, es wurde gespielt und getobt bis die Schwarte krachte. Das Geschirr, was er sich nur unter Zwang wieder überziehen ließ, wurde abgemacht.

Super, da stand „Hund“ nun... ließ sich nicht mehr einfangen, hatte kein Vertrauen zum Menschen und „biss“ angeblich plötzlich aus dem Nichts heraus.

Einfach so, im Schlafzimmer, ein 10 Monate alter Hund?! Interessant, aber gut...also musste „Hund“ wieder weg. Währenddessen wurde er in einen Schuppen gesperrt und musste sich seinem Schicksal hingeben.


….und weiter geht die Reise.


Nun kamen wir ins Spiel... „Hund“ kam in einer Hundebox, ohne jegliche Sicherung – kein Halsband, kein Geschirr - , bei uns an....da war er!

Verunsichert und verängstigt, kein Vertrauen zum Menschen, mitten in seiner Entwicklung, in seiner 4. Anlaufstelle, innerhalb von 2 Wochen, in Deutschland, ohne vertraute Hunde oder Menschen!


Das dieser Hund das Vertrauen in den Menschen verloren hatte, steht außer Frage. Wir fingen also von vorne an und mussten ihm Stück für Stück aufzeigen, dass wir Zweibeiner doch nicht so scheiße sind.

Die ersten 24 Stunden verbrachte er mit schlafen. Der zweite Tag wurde mit beobachten verbracht und ganz viel Abstand zum Menschen.

Wir fingen am zweiten Tag an mit ihm zu arbeiten indem wir einfach nichts taten und im Zwinger saßen. Kleine Futterrationen aus der Hand bauten Vertrauen auf. Ohne Ansprüche an ihn, ließen wir ihm Zeit, anzukommen. Wiederholende Abläufe und das Beobachten der anderen Hunde erleichterten den Vertrauensaufbau.

Ab dem dritten Tag ging es in kleinen Schritten voran. Stück für Stück...


Brauner Hund

Mittlerweile ist er einige Monate bei uns und hat sich gut entwickelt. Er differenziert stark zwischen den verschiedenen Menschentypen. Frauen findet er besser als Männer. Männer sind für ihn eher Spielzeug was man nicht für ernst nehmen muss. Die Skepsis bleibt nach wie vor, bei neuen Menschen, vorhanden. Hier ist er stark verunsichert. Anfangs waren Geräusche oder Bewegungen die plötzlich auftraten, sehr gruselig für ihn. Ist er überfordert oder sind ihm Situationen „nicht geheuer“ flüchtet er und beobachtet aus der Ferne.

Er ist kein „Fehlerverzeiher“! Das bedeutet, eine einzige falsche Handlung, im falschen Moment, mit der falschen Energie kann ihn im Vertrauen wieder zurück werfen.

Zuviel Druck oder oder die falsche Kontaktaufnahme können ihn um Wochen zurück werfen. Bestechungsversuche in Form von Leckereien waren keine Option. Er liest sofort Absichten, beobachtet Körpersprache und handelt nach gemachten Erfahrungen.

Er brauch Menschen nicht, denn Mensch hat ihm klar gezeigt, dass er diesen nicht vertrauen kann.


Aufgrund der frühen Kastration, der gesammelten Erfahrung und der Rasseveranlagung wird dieser Hund Monate brauchen um voll und ganz zu Vertrauen.

Spazieren gehen ist keine Option, da er bei jedem noch so leichten Zug am Halsband das Schreien anfängt und nur noch flüchten möchte.

Wird er am Geschirr eingeschränkt ( vorausgesetzt er lässt es sich anlegen )

– im Sinne von: „Nö ich möchte, dass du jetzt mit mir mal hier lang gehst“ oder „du wartest jetzt mal hier mit mir“ - fängt er an zu bocken und gibt Laute von sich, als würde man ihn zum Schlachter bringen.

Hier heißt es, gaaaaanz viel Geduld aufbringen und dem Ganzen sehr viel Zeit geben!


Doch wer ist in unserer heutigen Zeit bereit, sich Monate mit einem Hund zu beschäftigen, der weder gekuschelt werden möchte noch Nähe beim Menschen sucht?!

Der dies vielleicht nie so richtig benötigt?! Der Monate brauch um Defizite aufzuholen!

Wahrscheinlich die wenigsten....

Es hätte nie soweit kommen brauchen...

Dieser Hund wäre niemals in dieser Situation, wenn der verantwortliche Verein ordentliche Arbeit geleistet hätte!

Ego, Geldgier und fehlende Selbstreflektion führen immer wieder zum selben Ergebnis.

In unserem Fall liegt die Schuld eindeutig beim Verein. Keine bis schlechte Vorkontrollen, mangelnde Aufklärung, Zurückhaltung von wichtigen Informationen und Vermitteln um jeden Preis. Hier kann man klar sagen, dass ein weiterer Hund produziert wurden ist, der kaum noch die Chance hat bei Otto-Normal-Hundehalter ein Zuhause zu finden!

Und so geht es Tag für Tag weiter....


Die Absicht der Hundehalter ist gut...die Aufklärung einiger Vereine jedoch schlecht und die Wunschvorstellung nach dem lieben Gefährten, den man doch gerettet hat und der dankbar sein sollte, zerbröckelt wie ein Keks.

Am Ende stehen Ersthundebesitzer mit 60kg Hund in einer Reihenhaussiedlung und können keinen Besuch mehr empfangen. Denn aus dem niedlichen Labrador ist ein waschechter Kangal geworden.

All diese Hunde wandern entweder durch mehrere Hände, werden ausgesetzt, getötet oder wenn alles „gut“ läuft im Tierheim abgegeben! Dort sitzen sie, mit ihrem Rucksack und keiner möchte sich diesen „Problemen“ noch annehmen.

Und nun? Haben wir den flauschigen Ball mit dieser Aktion gerettet? Sicherlich ist das Tierheim ein Ort wo sich gekümmert wird, doch ist das Lebensqualität? Ist das ein geretteter Hund?

Und so geht es Tag für Tag weiter... Welpen aus dem Ausland, mit Vorsatz vermehrt für den deutschen Markt, verhökert für billig Geld, Krank und oft zu früh von der Mutter entzogen.... landen sie bei uns, weil wir denken wir haben etwas Gutes getan.


Nein wir schaffen einfach nur Platz für die nächsten 100 Hunde! Das Geschäft läuft und es ist ein lukratives Geschäft...auch für viele Vereine.


Diese Worte sind hart, aber die bittere Realität sieht nun mal so aus. Auch bei uns kommen immer wieder Anrufe von Hundehaltern, wo sich keiner mehr getraut ein Schritt vor den anderen zu setzen ohne vom niedlichen Flauscheball aufgefressen zu werden.

Vereine die mit Vorsatz Hintergrund wissen über Herkunft und Rasse zurückhalten. Die sich nie wieder melden, geschweige denn Platz für Rückläufer haben. Andernfalls wird zwei oder dreimal abkassiert mit der doppelten Vermittlung.

Zwar gibt es Vorkontrollen, diese haben aber meist keine Qualifikation um überhaupt beurteilen zu können ob hier Hund und Mensch zusammen passen. Es werden keine Fragen gestellt, noch wird Wissen vermittelt. So kann man sich Vorkontrollen sparen, denn ohne echte Kontrolle wo auch mal in Kauf genommen werden muss, dass es eben bei diesem Besitzer nicht passt, macht das ganze Vermittlungssystem keinen Sinn.

Die Liste der Dinge die gerade richtig falsch laufen ist sehr lang und weiter kann es so definitiv nicht gehen.

Leider gibt es auch immer noch viel zu wenig kompetente Pflegestellen.

Viele Pflegestellen sind meist normale Hundehalter, die davon ausgehen, dass jeder Hund ist wie der Eigene. Hier gibt es kein Wissen über Hundeverhalten, Körpersprache oder annähernd Wissen wie man mit einer Mehrhundehaltung umgeht... und so geht es weiter mit der Hundeproblematik. Diese Hunde kommen dann von Pflegestelle zu Pflegestelle und man wundert sich, warum der Hund immer seltsamer wird.

Brauner Hund mit Katze

Zurück zu „Hund“


Auch hier wurde vor und während Vermittlung immer alles schön geredet.

Kuscheln bis die Schwarte kracht, keine Außenhaltung und auf keinen Fall erwähnen das eventuell Herdenschutzanteile vorhanden sind......das war der Plan... und dieser sollte mit allen Mitteln auch so durchgesetzt werden.

( Hier sei nochmal erwähnt, dass eine reine Zwingerhaltung verboten ist und auch ein Hundetrainer sollte auf keinen Fall einem Hundebesitzer anraten, den Hund dauerhaft im Zwinger zu halten )

– Eine Außenhaltung mit Familienanschluss ist absolut nicht verwerflich und gerade für Hunde die genetisch dafür gezüchtet wurden ( Bewachung von Haus, Hof und Vieh ), auch absolut in Ordnung.


„Hund“ hier findet es richtig gut, alleine auf der Wiese in der Sonne oder bei minus 15 grad draußen zu liegen, die Umgebung zu beobachten und maximal zu bellen wenn sich ein unbekannter Reiz dem Grundstück nähert. Futter, andere Hunde und fertig ist sein Leben...

Noch ist er jung und unsicher und ohne korrekte Anleitung seiner vertrauten Person, kann er Verhaltensweisen zeigen, die so in den meisten deutschen Haushalten nicht gewünscht sind.

Er hat in seiner wichtigsten Entwicklungsphase mehrere unschöne Situationen erlebt, die erst mal hängen bleiben und Auswirkungen auf sein gesamtes Verhalten haben.


Genetik, Erfahrung und negative Verknüpfung machen diesen Hund schon fast wieder unvermittelbar,... nicht weil er böse ist. Weil es kaum Menschen gibt, die sich wirklich Zeit nehmen, die Platz haben, die ohne Ansprüche an den Hund erst mal Vertrauen aufbauen müssen, die akzeptieren müssen, das dies kein Hund ist der den Menschen vermisst.

Ein Mensch der mit sich alleine im Reinen ist, weder Egoprobleme hat noch Verlustängste. Ein Mensch der einfach sein Leben leben kann...ohne von anderen Lebewesen abhängig zu sein... dieser kann diesen Hund ohne Probleme anleiten. ( Warum das Eine mit dem Anderen zusammen hängt, bekommt ihr in unserer Hundeschule oder in unseren Seminaren aufgezeigt )

Hunde brauchen den Fels in der Brandung, ein Mensch der Sicherheit gibt und dem Hund das Gefühl vermittelt „wir haben Zeit um uns kennenzulernen“ ,


Leider werden immer noch viele Hunde über einen Kamm geschert.. Nur weil es der Eine kann, muss es noch lange nicht der Andere Können.

Veranlagung, Erfahrung, Genetik, Charakter...alles Punkte die ein Lebewesen ausmachen.


„Hund“ zeigt es jeden Tag deutlich wie er leben möchte, wo er sich wohlfühlt. Und obwohl er bei uns eine geschützte Rückzugsmöglichkeit mit Stroh und Decken hat, zieht er es immer wieder vor, draußen auf seinen Hügel zu liegen und entspannt die Umgebung zu beobachten, gleich welches Wetter ist.


Noch immer glauben viele Menschen, dass es völlig aus reicht einem Hund Futter, schöne Spielsachen und ganz viel Streicheleinheiten zu geben, dass er uns liebt.

Doch Hunde lassen sich nicht mit materiellen Dingen erpressen wie der Mensch. Hunde tun uns keinen Gefallen weil wir nett zu ihnen sind. Sie nehmen auch keine Rücksicht auf uns, weil wir ihnen Leckerlies in den Hals schieben. Sie handeln weder emotional noch bewerten sie Situationen emotional.

Sie sind weder nachtragend noch schmieden sie Pläne. Nein Hunde sind die besseren Menschen, sie sind ehrlich und direkt! Ohne Hintergedanken, sie handeln rein so wie wir Menschen ihnen die Situation verkauft haben. Hunde korrigieren untereinander schon die Absicht von nicht sozialem Verhalten, bevor sich das Verhalten zeigen kann.

Hier kann ich ein gutes Beispiel geben was tagtäglich auf deutschen Straßen passiert:


--> Viele Hundehalter reißen an der Leine, wenn der Hund vor ihnen ist und in die Leine geht.

An der Leine ziehen ist eine unerwünschtes Verhalten für uns Menschen → wir bestrafen den Hund indem wir plötzlich stehen bleiben oder den Hund ruckartig mit der Leine zurück ziehen! Heißt wir lassen ihn erst ins Messer laufen und bestrafen ihn sogar noch dafür, dass er ins Messer gelaufen ist! → Dies führt zu u.a. zu einer Schmerzverknüpfung ( wenn es richtig „gut“ läuft und ein anderer Hund immer wieder der Auslöser ist, bekommen wir eine wunderschöne Leinenaggression ) … das ist aber ein anderes Thema.


Das dies bei Hunden nicht gerade Vertrauen aufbaut, sollte jedem Klar sein.

Hunde untereinander würden den Hund erst gar nicht ins Messer laufen lassen, wenn man dieses Beispiel auf die Hundekommunikation überträgt.

Zurück zum Text:


Leider wird immer noch oft davon ausgegangen das ein Sofa und ganz viel Streicheleinheiten genügen, damit Hund glücklich ist.

Mhhh.... die Hunde zeigen oft etwas anderes.

Was nehmen wir Menschen uns heraus über die Vorlieben eines Lebewesen zu entscheiden, ohne es überhaupt zu verstehen und lesen zu können?!

Was sind wir für Lebewesen, die unaufgefordert in die Individualdistanz eines anderen Lebewesen eindringen? Ja Hunde wollen nicht ständig befummelt werden, was sie in der Regel ganz deutlich zeigen.

Warum schaffen wir es nicht, einen Hund so zu nehmen wie er ist?! Wir selbst sind kaum in der Lage uns zu verändern, erwarten es aber von unseren Hunden in kurzer Zeit.

Warum schaffen wir uns Rassen an, denen wir aufgrund unser Lebenssituation nicht gerecht werden?! Manchmal ist KEIN Hund zu haben die bessere Entscheidung für beide Seiten.


Welpe sitzt auf der Straße

Auch unser gestrandeter Hund kann in einer drei Zimmer Wohnung enorme Probleme verursachen. Dies fängt mit dem Frustverhalten an, denn Frust aushalten ist noch nicht seine Stärke.

Das können im Haus oder der Wohnung auch mal einige Möbelstücke, Schuhe, Wände oder ähnliches sein. Und schon geht das Problem los. ( Da nützen Schimpfen, Schreien oder ein Kommando auf trainieren rein gar nichts! Denn Frust ist ein Gefühl, womit der Hund sich auseinandersetzen muss und lernen muss damit umzugehen ( - wichtig für sein späteres Leben - )


Leider gibt es im Auslandstierschutz viele schwarze Schafe, denen es rein um die Vermittlung der Hunde geht, wo die Geldscheine im Vordergrund stehen. Auf Kosten der Tiere!

Fehlende Aufklärung oder falsche Informationen führen zu ernsthaften Problemen und enden meist im Tierheim oder am nächsten Straßenpfosten.

Auch in unserem Fall wurde nicht aufgeklärt, es wurde keine Rücksicht auf Alter und Zustand des Hundes genommen und schon gar nicht auf die Rasseveranlagung. Dies ist kein Einzelfall! Doch solche Fälle sind das Problem in unseren Tierheimen.


Und da stellt sich die Frage: Haben wir in solchen Fällen diese Hunde wirklich gerettet?


Worauf ich in diesem Beitrag hinweisen möchte:


Nicht jeder Hund aus dem Ausland kommt nach Deutschland und findet sich sofort zurecht. Nicht jeder Hund möchte sofort von fremden Menschen angefasst werden, nicht jeder Hund lässt sich am dritten Tag ein Geschirr anlegen.

Unsere Ansprüche an Hunde sind in den letzten Jahren sehr hoch geworden.

Sie sollen brav sein, immer hören, nicht bellen, nicht knurren, alleine bleiben, jeden Ausflug mitmachen und auch sonst doch immer das tun was wir in unserem Kopf so bereit gelegt haben.

So schön die Vorstellung doch ist, aber das wahre Leben gestaltet sich mit einem Hund anders.


Vor Anschaffung sollten wir bedenken, jeder Einzelne Hund bringt SEINEN Charakter mit, seine Vorerfahrung, seine Veranlagung und kann nicht verglichen werden mit dem Nachbars Hund oder dem letzten Hund.

Wenn Genetik eine Rolle spielt, lässt sich diese nicht einfach weg trainieren. Genetisches Verhalten ist angeboren und muss auch nicht gefördert werden.

Auch solltet ihr euch fragen, habt ihr wirklich die Geduld über Wochen, Monate oder vielleicht Jahre Euch mit diesem Lebewesen zu beschäftigen?

Bedenkt mal:


 Wie würdet Ihr Euch fühlen, raus gerissen aus eurem gewohnten Umfeld, an einen anderen Ort, ihr versteht die Bräuche und Sprache nicht. Menschen kommen auf Euch zu, fassen Euch an, sprechen auf Euch ein und haben hohe Erwartungen an Euch die ihr, verständlicherweise, nicht leisten könnt?! Was würdet ihr tun? -

Unsere Hunde sollen dies natürlich leisten und zwar sofort, vielleicht werden ihm noch zwei Wochen gegeben, dann solle er aber „laufen“ --- Äh...nein.


Auch unser Pflegegast ist so ein „Sondermodell“ Auch hier lief so einiges schief. Und zwar von Anfang an. Fehlende Aufklärung, falsche Motive, fehlendes Wissen und jede Menge Ego.... und alles zu Lasten eines Tieres. Leider.


Zum Abschluss möchte ich sagen....

Liebe Leute und zukünftige Hundebesitzer, gebt den Hunden doch mal Zeit....

Lasst sie doch einfach mal ankommen.... ob dies 1 Woche, 1 Monat oder 1 Jahr dauert. Es ist doch egal, niemand erwartet eine Leistung von Euch, außer ihr lasst Euch von Außen unter Druck setzen. Und wir alle wissen, dass Druck ein schlechtes Mittel ist, um eine Verhaltensänderung zu erzeugen oder Ansprüche zu stellen.

Wir Menschen wollen und brauchen auch keinen Druck. Gleiches gilt für unsere Tiere.


Beschäftigt Euch vor Anschaffung mit den verschiedenen Themen:

Habt ihr wirklich den Nerv, einen Hund mit oder ohne Vorgeschichte zu erziehen. Ja ERZIEHEN, nicht trainieren!

Habt ihr die Geduld, abzuwarten bis Hund sagt „Ey du bist cool, dir vertrau ich“

Seit ihr bereit eigene Wünsche und Vorstellungen hinten anzustellen und dieses Lebewesen so zu nehmen wie es ist. ( Viele würden nun sagen, „ja das mache ich doch“ und vergessen dabei, dass dies nichts damit zu tun hat das Hund tun und lassen kann was er will – das ist Inkonsequenz!

Nein ich meine „Du Hund bringst diese Veranlagung mit, diese Charaktereigenschaft, die ich eigentlich nicht wollte, aber ok, hey ich hab mich für dich entschieden, das schaffen wir nun zusammen“

„Du lebst lieber im Garten als drinnen? Ok, dann werde ich dies akzeptieren und dir dies ermöglichen ohne Stress.

Du möchtest nicht spielen? Ok, dann brauche ich kein Spielzeug kaufen!

Du liegst lieber den ganzen Tag in deinem Körbchen? Dann lasse ich dich in Ruhe und gönne Dir deinen Rückzug und werde dich nicht nötigen zu mir aufs Sofa zu kommen.“

Drei Hunde und eine Katze

Gerade aus dem Ausland werden Rassen ins Land gebracht, die hier nichts zu suchen haben. Relativ oft sind in den „Labrador-Mischlingen“ Herdenschutzhundanteile vertreten, die mehr oder weniger zum Vorschein kommen können. Seit Euch dessen einfach nur bewusst und geht nicht blauäugig in die Hundeanschaffung.

Mittlerweile gibt es günstige Genbestimmungstests, wo man herausfinden kann welche Rassen in unseren Mischlingen stecken. Davon abgesehen, dürfen bestimmte Rassekreuzungen rein rechtlich noch nicht mal eingeführt werden. Auch wenn nur ein geringer Anteil dieser Rasse in der Genetik steckt. Auch hier sollten Vereine mehr in die Pflicht genommen werden und vor Einfuhr einen Gentest machen. So wären beide Seiten auf der sicheren Seite und der zukünftige Besitzer kann sich bewusst entscheiden, ob er dieser Aufgabe gewachsen ist.


Wer möchte schon einen Kangalmischling in der Wohnung haben – außer man strebt die absolute Einsamkeit an :-)

Und sonst noch....

Eine bessere Kontrolle um Mensch und Hund zu schützen wäre sinnvoll. Eine einheitliche Bestimmung was den Verkauf und den Handel mit Tieren angeht, wäre ebenfalls sinnvoll.

Auch die Zucht und die Vermehrung in Deutschland sind dabei nicht ausgenommen.

Der Markt ist gesättigt, die Tierheime voll …. ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren ist Voraussetzung um dem Leid ein Ende zu setzen.

Wir sind für Aufklärung und Desensibilisierung zum Thema Hundeanschaffung.

Denn wenn es so weiter geht, dann brauchen Hunde aus dem Ausland keine Rettung mehr!

Dann werden in unseren Tierheimen Hunde sterben.... Nicht weil sie krank sind, nein, weil es einfach keine Möglichkeiten mehr gibt diese Hunde zu versorgen und fachgerecht zu betreuen und zu trainieren!

Oder was glaubt ihr was mit diesen Sonderfellen geschieht? Sie nehmen Plätze weg, sind nicht vermittelbar und selbst wenn, finden sich nur wenige Menschen die so ein Sondermodell bei sich aufnehmen.

Denn um diese Hunde wieder „normal“ und gesellschaftsfähig zu machen, bedarf es viel Wissen, Zeit und auch das nötige Kleingeld.

Vereine, Auffangstationen oder Einzelpersonen die sich solchen Hunden annehmen sind am Limit, sowohl körperlich als auch finanziell.

So schön es immer ist, eine qualifizierte Stelle für solche Hunde gefunden zu haben.... wer möchte denn noch einen Hund mit Vorgeschichte?

Es gibt doch genug Auswahl...und zur Not wird er eben wieder abgegeben. Ein hoch auf Kleinanzeigen und diverse Vermittlungsportale.


Seit realistisch und belügt Euch nicht selbst wenn es darum geht einen Hund ins Haus zu holen. Futter, Tierarzt, Versicherung, raus bei jedem Wetter, Urlaub oder Krankheit, Jobwechsel oder Partnerwechsel, Kinderwunsch oder lebensverändernde Umstände... alles Punkte die berücksichtigt werden müssen.


In diesem Sinne, zeigt Verantwortung... und wenn ihr nicht weiter wisst, dann fragt doch uns!

Euer CrazyDog Hundezentrum


Kleiner Hund schaut in Kamera

Im folgenden noch ein Auszug aus dem Tierschutzgesetz, für alle die es interessiert:


– Auszug TierSchG -->


Die Rechtslage stützt sich auf das allgemeine Amputationsverbot in § 6 Abs. 1 TierSchG:

  • Grundsatz: Das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das Entnehmen/Zerstören von Organen eines Wirbeltieres ist verboten.

    Ausnahmen: Eine Kastration ist nur zulässig, wenn eine medizinische Indikation vorliegt (z. B. Erkrankungen) oder um eine unkontrollierte Fortpflanzung zu verhindern.


    Noch immer werden Hunde vor der Pubertät kastriert oder gechippt.

  • ( Gerade das Chippen kann einige negative Konsequenzen mit sich bringen, was leider nicht von jedem Tierarzt / Tierärztin offen angesprochen wird. Es ist immer ratsam sich mehrere Meinungen einzuholen )


Was ist erlaubt? (Ausnahmen)

Eine Kastration ist rechtmäßig, wenn einer der folgenden Gründe vorliegt:

  • Medizinische Indikation (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a): Der Eingriff ist im Einzelfall nach tierärztlicher Diagnose geboten, etwa bei Tumoren, einer Gebärmuttervereiterung oder massiven Prostatabeschwerden.

  • Verhinderung unkontrollierter Fortpflanzung (§ 6 Abs. 1 Nr. 5): Dies greift bei Hunden seltener als bei Katzen, kann aber relevant sein, wenn eine Trennung der Geschlechter nicht sichergestellt werden kann.

  • Weitere Nutzung oder Haltung (§ 6 Abs. 1 Nr. 5): Eine Unfruchtbarmachung ist zulässig, um die Haltung des Tieres zu ermöglichen oder zu erleichtern, sofern keine tierärztlichen Bedenken bestehen. Quelle: Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz ( TVT )


Was ist verboten?

  • Kastration ohne „vernünftigen Grund“: Laut § 1 TierSchG darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen oder Schäden zufügen.

  • Bequemlichkeit: Reine Erleichterung für den Halter (z. B. kein Läufigkeitsmanagement) wird juristisch oft nicht als ausreichender Grund anerkannt.

  • Pauschale Kastrationspflicht: Vertragsklauseln in Übernahmeverträgen von Tierheimen/ Tierschutzvereine Ausland, die eine Kastration ohne medizinische Notwendigkeit vorschreiben, sind rechtlich oft unwirksam. Quelle: kanzlei-sbeaucamp.de


Wichtig: Eine verhaltensbedingte Kastration (z. B. bei Aggression) muss im Einzelfall von einem Tierarzt als therapeutische Maßnahme geprüft werden, da sie nicht bei allen Verhaltensproblemen hilft.






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